Ausgabe

Die Synagoge von Kolín (dt. Köln an der Elbe) in Böhmen

Stephan Templ

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Synagoge von Kolín, Blick nach Osten zum erhaltenen Thoraschrein aus dem 17. Jahrhundert.

Inhalt

Die Synagoge von Kolín zählt neben den Synagogen in Prag zu den ältesten erhaltenen Sakralbauten Tschechiens

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Fassade der Syna­goge von Kolín im Innenhof der jüdischen Schule.

 

Anstelle eines erstmals 1402 erwähnten Vorgängerbaus wurde die heute noch bestehende Synagoge nach einem Brand ab 1642 neu errichtet. Den Thora-Schrein stiftete Samuel ­Oppenheimer aus Wien 1696. Damals befand sich dort mitten im Stadtzentrum von Kolín das Ghetto mit der Judengasse (­heute­ die Strassenzüge Na Hradbách und Karoliny Světlé). Vor dem eigentlichen Synagogengebäude, zur Strassenfront hin steht die ehemalige jüdische Schule aus dem späten 14. Jahrhundert. Seit der Bautätigkeit im 19. Jahrhundert in einem Innenhof gelegen, ist das G‘tteshaus nur mehr durch diese Schule zugänglich. Die Synagoge wurde im Stil der Renaissance ausgeführt, spätere Anbauten stammen aus dem Früh­barock. 

 

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Syna­goge von Verbänden der deutschen Wehrmacht und der SS als Lagerraum benutzt. Nach dem Kriegsende entstand für kurze Zeit eine neue jüdische Gemeinde, 1953 wurden die G‘ttesdienste aber mangels Publikums wieder eingestellt. 1955 gelangte die Synagoge unter staatliche Verwaltung und wurde seither als Museumsdepot genutzt, das bis dahin noch erhaltene Inventar übernahm das Jüdische Museum in Prag. Leuchter und Innen­ein­rich­tungs­teile wurden dann an die Temple Emanuel Synagoge in Denver, Colorado weitergegeben. Zwischen 1990 und 2000 wurde der Bau schliesslich restauriert. 

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Blick zum Obergeschoss mit der Frauengalerie, in der heute eine Ausstellung untergebracht ist.

Das barocke Gewölbe aus der Zeit um 1700 ist mit Stuckaturen ausgeschmückt und zeigt Weinranken und -trauben.

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Blick über den Hauptraum zur Empore im Westen.

Alle Abbildungen: Adolph Stiller, mit freundlicher Genehmigung.

Fortsetzung des Hauptartikels auf Seite 4.