
Guy Miron: Jüdisch-Sein im nationalsozialistischen Deutschland. Gelebter Raum, gelebte Zeit. Aus dem Hebräischen von Almut Laufer.
Berlin: Neofelis Verlag 2026.
301 Seiten, Euro 29,90.-
ISBN 978-3-95808-511-4
https://buchhandel.de/buch/Juedisch-Sein-im-nationalsozialistischen-Deutschland-9783958085114
Guy Miron beschreibt die Ausgrenzung aus dem öffentlichen Raum, das erzwungene Ende des Berufslebens und die Neuorganisation des privaten Lebens im Nationalsozialismus. Seine Quellen sind Tagebücher und andere Zeugnisse in Yad Vashem sowie dem Leo Baeck Institut, New York, weiters die publizierten Tagebücher von Victor Klemperer und Willy Cohn sowie die jüdische Presse.
Das Tagebuch aus Theresienstadt des Pelzhändlers Philipp Manes zitiert er aus dem Manuskript der Wiener Library in London. Die Edition dieser wichtigen Quelle, herausgegeben von Ben Barkow und Klaus Leist 2005 im Ullstein Verlag und 2009 bei Palgrave Macmillan, bleibt unerwähnt.
Im letzten Kapitel beschreibt Miron die Zwangsarbeit in Berlin. Einer dieser Zwangsarbeiter war der Chordirigent, Organist, Dichter und Maler Arno Nadel, der zur Sortierung geraubter jüdischer Bücher gezwungen und 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Die Edition des Tagebuchs, die Biografie und Werkedition von Arno Nadel sind bis heute ein Forschungsdesiderat.
Guy Miron begann mit den Recherchen zu diesem Buch 2012 während seiner Lehrtätigkeit am Schechter Institute of Jewish Studies in Jerusalem. Er forschte dafür auch am dortigen Leo Baeck Institut.
Das Buch erschien als Band 37 der von Joachim Schlör herausgegebenen Buchreihe „Jüdische Kulturgeschichte in der Moderne“. Heute ist Guy Miron Professor für jüdische Geschichte an der Open University of Israel und Direktor des Center for Research on the Holocaust in Germany von Yad Vashem.
Evelyn Adunka