Antisemitische Fake News im Frankreich des Jahres 1920
Der Waffenstillstand
Die meisten französisch-nationalistischen Bewegungen sind vor dem Ersten Weltkrieg antisemitisch orientiert. Da gleich zu Beginn der Feindseligkeiten per Dekret eine „Heilige Union“ angeordnet wird, müssen sie ihr Angriffsziel entsprechend modifizieren: der „Jude“ als Feindbild wird nun durch den „Boche“* ersetzt. So beginnt die Action française** durch ihren von Georges Bernanos als „Nachtigall des Gemetzels“ verspotteten Sänger, Maurice Barrès, Juden zu verherrlichen, die für das Vaterland gefallen sind.[1] Diese Art von „Waffenstillstand“ wird im Schützengraben weitergeführt, wie ein populäres, sozusagen doppelt frommes Bild veranschaulicht, das in französischen Haushalten verbreitet wird: Der Rabbiner und Feldgeistliche Abraham Bloch reicht einem sterbenden christlichen Soldaten ein Kruzifix, bevor er selbst tödlich getroffen wird.[2]
Wiederaufleben des Hasses
Nach Kriegsende spülen die Parlamentswahlen vom November 1919 eine Flut von Neulingen in die Politik, von denen viele gerade erst die Uniform abgelegt haben – daher der Name „Chambre bleu horizon“ für diese Versammlung. Verbündet mit den Kräften der festverwurzelten Rechten sowie mit Radikalen, die von Natur aus lavieren, bilden diese kleinen Soldaten der Politik den Bloc national, ein amorphes Gebilde, das von Georges Clemenceau und der Action française manipuliert wird. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte überwindet die Bewegung von Charles Maurras ihre Abneigung gegen die Wahlen der „Gueuse“ (der Republik) und lässt Kandidaten wählen, die sie mit dem ihr angestammten Antisemitismus impft – diesmal dem Zeitgeschmack entsprechend mit Rassismus oder Eugenik getönt. Vertreter dieser Lehre, wie Georges Vacher de Lapouge und Gustave Le Bon, erweisen sich als würdige Erben des Grafen Arthur de Gobineau: sie behaupten, die Menschheit bestehe aus Rassen und klassifizieren diese deterministisch über physische Merkmale wie die Schädelform. An erster Stelle stünde der blonde Arier mit blauen Augen, während auf den Hinterbänken der Klasse die schlechten Schüler – „Asiaten“, „Negroide“ und Juden – versauern sollen, die beschuldigt werden, die Kraft und Reinheit der arischen Rasse zu verderben.
Wer sind denn überhaupt diese verachteten und gehass-
ten Menschenwesen in Wirklichkeit, die seit dem Ende des
19. Jahrhunderts in Frankreich in Wellen eintreffen? Gemeinsam ist ihnen, dass sie vor Armut und Verfolgung geflohen sind, um endlich den Boden dieses idealen Frankreichs zu betreten, Vaterland der Menschenrechte, das die Juden emanzipiert hat und in dem man als freier Bürger leben kann – „glücklich wie G‘tt in Frankreich“.[3] Diese Bevölkerungsgruppe, die von ihren Feinden nur als unbestimmte Menschenmasse wahrgenommen wird, ist in Wirklichkeit von starken, manchmal gegensätzlichen intellektuellen Strömungen durchzogen – „zwei Juden, drei Synagogen“, sagt ein jiddisches Sprichwort.

Der Tod des Rabbiners Abraham Bloch. Postkarte, 1914. Quelle: Wikimedia commons, gemeinfrei:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mort_du_rabbin_Abraham_Bloch_-_1914.jpg
Die „Jüdisch-Bolschewistischen“
Ab den 1920er Jahren werden diese Neuankömmlinge auch Opfer eines neuartigen Antisemitismus.[4] Zu Beginn der Feindseligkeiten im Ersten Weltkrieg war die französische Öffentlichkeit noch überzeugt gewesen, die „russische Dampfwalze“ werde die deutsche Armee zermalmen. Die unerwartete Unterzeichnung des Friedens von Brest-Litowsk am 3. März 1918 zwischen den beiden Ländern wurde als Verrat empfunden, während die Machtübernahme durch die atheistischen Sowjets in Russland katholische und konservative Kreise in Panik versetzte – bevor dann die „Roten“ ihren Staatsbankrott auf die Spitze trieben, indem sie die vom Zaren aufgenommenen Schulden nicht anerkannten und damit nicht zuletzt den Ruin von 1,6 Millionen kleinen französischen Sparern, die das Zarenreich grosszügig unterstützt hatten, verursachten.
Der Bloc national nutzt die Lage, um einen Kreuzzug gegen die Bolschewiken zu entfachen, in dessen Verlauf die mächtige Unternehmerorganisation Union des Intérêts Économiques die Wände mit Plakaten beklebt, die das bedrohliche Gesicht eines mutmasslichen Mujik zeigen, ein blutiges Messer zwischen den Zähnen. Tatsächlich ist dieser vorgeblich neue Antisemitismus nichts anderes als eine Variante von jenem aus dem vorigen Jahrhundert, der Juden und Freimaurer noch als Urheber der Revolution von 1789 bezeichnet hatte. Moskautreue Agitatoren werden nun verdächtigt, sämtliche sozialen Bewegungen und Streiks anzuzetteln. Die Prozesse gegen die Meuterer der Schwarzmeerflotte hingegen – jene Soldaten, die Clemenceau zum Sterben geschickt hatte, um Anton Iwanowitsch Denikins Weisse Armee zu unterstützen – werden als echte Provokation empfunden, als ihr Anführer André Marty und seine Komplizen von den Sozialisten als Helden gefeiert werden. Die Action française behauptet ihrerseits, alle revolutionären Führer Russlands seien Juden – obwohl in Wirklichkeit nur Leo Trotzki einer ist – und denunziert sie als neue Feinde des ewigen Frankreichs: als „judéo-bolchevique“ oder „judéo-marxiste“. Dass Juden in einem kuriosen Widerspruch zugleich die Rolle des „plutokratischen“ Kapitalisten, aber auch der „bolschewistischen Hydra“, die zu dessen Zerstörung bestimmt ist, zugewiesen bekommen, kommt der maurrassischen Bewegung nicht in den Sinn – die sich doch selbst den Titel „Partei der Intelligenz“ verliehen hat. Unter dem Vichy-Regime erlebt der Kampfbegriff des Judäo-Bolschewismus eine Blütezeit mit der Schaffung der L.V.F. (Légion des volontaires français contre le bolchevisme). 1944 wird das „Affiche rouge“, das eine Gruppe von FTP-MOI-Widerstandskämpfern[5] an den Pranger stellt, nicht versäumen, die jüdische Herkunft von sieben der Erschossenen anzugeben.
Die „Protokolle der Weisen von Zion“
Die Veröffentlichung der „Protokolle der Weisen von Zion“ im Jahr 1920 liefert einen vorgeblich „historischen Beleg“ für die antijüdischen Kampagnen. Diese Zusammenstellung von zusammengestückelten Fälschungen, die im Detail ein riesiges internationales, jüdisches Komplott zur Erlangung der „Weltherrschaft“ beschreibt, wurde 1901 von der russischen Geheimpolizei (Ochrana) als Kampfmittel gegen revolutionäre Kräfte fabriziert und bot dem einfachen Volk zugleich einen neuen Vorwand für Pogrome.[6] Die Protokolle wurden auch von den weissen Russen als Waffe genutzt, um ihre zahlreichen Massaker an jüdischen Bevölkerungen zu rechtfertigen oder auch, um zu behaupten, das Massaker an der Zarenfamilie in Jekaterinburg am 17. Juli 1918 sei ein „jüdisches Ritual“ gewesen.
Nach ihrer verlorenen Schlacht setzen diese nach Frankreich geflohenen weissen Russen die Verbreitung der Protokolle in der Originalversion fort, bevor der fromme Bischof Mgr. Ernest Jouin, ein grosser Bewunderer des italienischen Faschismus und hoch geschätzt vom Vatikan, der ihn zum Apostolischen Protonotar ernennt, den Text in seiner Revue internationale des sociétés secrètes auf Französisch herausgibt – sofort nachgeahmt vom grossen antisemitischen Pamphletisten Urbain Gohier, der sie unter dem Titel Protocole des Sages d’Israël veröffentlicht. Eine bearbeitete Ausgabe erscheint anschliessend beim Verlag Bernard Grasset, dem zukünftigen grossen Lieferanten kollaborationistischer Thesen unter dem Vichy-Regime. Weltweit in Millionenauflagen verbreitet und übersetzt, werden die Protokolle immer wieder von Machthabern benutzt, die genau wissen, dass es sich um eine Fälschung handelt. So gesteht Joseph Goebbels in seinem Tagebuch: „Ich denke, die Protokolle der Weisen von Zion sind eine Fälschung […] ich glaube an ihre innere Wahrheit, aber nicht an ihre faktische Wahrheit.“ 1925 widmet Adolf Hitler in Mein Kampf, der „Bibel“ des Nationalsozialismus und Antisemitismus, diesem Text achtzehn Zeilen; nach Hitlers Machtübernahme 1933 wird der Text in Schulen als Quelle der Indoktrination verwendet.

Lucien Lévy-Dhurmer: Rabbiner. Ölgemälde, 1917. Unter feindlichem Beschuss am Col d‘Anozel hält Abraham Bloch einem sterbenden französischen Soldaten das Kruzifix entgegen, bevor er selbst tödlich getroffen wird. Quelle: Wikimedia commons, gemeinfrei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Abraham_Bloch_by_Lévy-Dhurmer.jpg
Die jüdische Pest
Während die Denunziation der „judäo-bolschewistischen“ Gefahr auf Hochtouren läuft, entsteht im selben Jahr 1920 noch ein Antisemitismus anderer Art. Im Frühjahr 1920 werden in der weiten „Zone“, die Paris umgürtet, Fälle von Pest gemeldet. Die Epidemie breitet sich unter einer Bevölkerung von fünfzigtausend Ausgegrenzten aus, darunter achttausend kürzlich aus Mitteleuropa, Osteuropa und dem Maghreb eingetroffene Ausländer, die sich in Hütten, Wohnwagen und Elendsquartieren drängen, leben und sterben. Die Pariser Gesundheitsbehörden stellen rasch den Ursprung der Epidemie fest: Ratten, die von pesttragenden Flöhen befallen sind, waren kurz zuvor von einem Kohleschiff aus Grossbritannien entkommen und hatten die umliegenden Bevölkerungen infiziert, insbesondere die Lumpensammler – ohne dass diese Fälle jedoch gemeldet worden wären. Um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen, entscheiden die Behörden, diese Infektion „Krankheit Nr. 9“ zu nennen – die Nummer entspricht der Pest im nationalen Verzeichnis der meldepflichtigen ansteckenden Krankheiten –, während die öffentliche Meinung sie bald „Pest der Lumpensammler“ tauft. Zur Ausrottung reorganisiert die Präfektur von Paris die Müllabfuhr, während mobile Sanitätsteams in der Hauptstadt sowie in Pantin, Saint-Ouen, Bagnolet und Clichy tätig werden, um verdächtige Herde in den Wohnstätten zu identifizieren und Desinfektionen durchzuführen. Gleichzeitig wird eine Behandlungskampagne mit Serumtherapie durchgeführt, die 1896 vom Arzt Alexandre Yersin, Entdecker des Pestbazillus, entwickelt wurde, ergänzt durch die Phagentherapie seines Pasteur-
Kollegen Félix d’Hérelle. Bald zeigt sich, dass es sich um ein Wiederaufflammen der Beulenpest handelt, die viel weniger tödlich ist als die Lungenpest und im Vergleich zur furchtbaren „Spanischen Grippe“, die während des Kriegs fünfzig Millionen Tote gefordert hat und noch einige „Nachwehen“ zeitigt, sehr begrenzt bleibt.[7] Die „Pest der Lumpensammler“, die letzte derartige Erkrankung in der Hauptstadt, fordert nur 34 Tote, bevor sie verschwindet – um 1945 auf Korsika wieder aufzutauchen.

Émile Roux, französischer Mediziner, Bakteriologe und Mikrobiologe (1853–1933). Foto: Agence de presse Meurisse, Bibliothèque nationale de France. Quelle: Wikimedia commons, gemeinfrei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:
Émile_Roux_1927.jpg
Das Gerücht
Zunächst scheint die Öffentlichkeit ziemlich gleichgültig gegenüber einer Krankheit, die letztlich nur die „Unsichtbaren“ der Gesellschaft trifft: die Armen, Ausländer, Deklassierten
und andere Randgruppen, die zusammengepfercht, schmutzig und daher in der öffentlichen Meinung irgendwie selbst schuld an ihrem Unglück sind. Doch bald hallen alarmistische Gerüchte durch die Hauptstadt, widergespiegelt in Artikeln: so benennt Le Petit Bleu de Paris, subventioniert vom Comité des Forges, in seiner Ausgabe vom 3. November klar die Schuldigen:
„Die Epidemien, die im Laufe der Zeit bestimmte Gegenden Europas heimgesucht haben, waren dem Import des Yersin-Bazillus durch Orientalen geschuldet. Die Gefahr, die uns heute droht, hat denselben Ursprung.“ Jene geheimnisvollen Asiaten, Träger von Keimen, seien auch Träger eines aktuelleren Übels:
„Diese Unerwünschten verbreiten nicht nur Mikroben, sondern streuen unter dem einfachen Volk, mit dem sie in Kontakt kommen, die defätistischen Lehren des Bolschewismus.“
Im Heft vom 9. Oktober des radikal regierungsfeindlichen Rappel denunziert der antisemitische Leitartikler Octave du Mesnil den „Laxismus“ der öffentlichen Stellen:
„Während wir warten, dass Herr de Rothschild oder Herr de Reinach ihnen ihre Hotels öffnen, drängen sich diese elenden verlausten Gestalten in den möblierten Zimmern, die sie in permanente Infektionsherde verwandeln. Wie hat man sie nach Frankreich hereinlassen können? Warum duldet man sie in Paris? (…) Überall herrscht das System der Gleichgültigkeit unter dem Regime der Verantwortungslosigkeit. Wenn die Epidemie ausbricht, wird man weisse Plakate kleben, Reden im Parlament halten, Berichte an die Akademien vorlegen; die Schieber und Neureichen werden an die Côte d’Azur flüchten und die braven Kerle auf den Champ de Navets.“[8]
Unter den verblassten Goldverzierungen der Republik
Am 2. Dezember 1920 hält der französische Senat seine zweite ausserordentliche Sitzung des Jahres ab, die der Pest gewidmet ist, von der die Hauptstadt und die Pariser Region heimgesucht werden. Ausserordentlich ist diese Sitzung
auch in Bezug auf den Schwall von Hass, Vorurteilen und grober Dummheit, die dort von den „weisen“ Männer der Republik verbreitet werden. Die Erneuerung im Januar hat – in einem ähnlichen Elan wie bei der Chambre bleu horizon – die Vertreter der rechten Parteien ihre Stimmen nahezu verdoppeln lassen, während die der verschiedenen Linksparteien stark zurückgegangen sind. Jules-Louis Breton, im Januar zum Leiter des ersten französischen Ministeriums für Hygiene, Fürsorge und Sozialvorsorge ernannt, hat die Aufgabe, auf die Anfragen der Senatoren zu antworten. Vergeblich versucht dieser junge Minister, ehemaliger Dreyfusard, „reformistische Sozialist“ und leidenschaftliche Wissenschaftler, der Realität der Fakten vor einer durch Phantasmen aufgewühlten Versammlung Gehör zu verschaffen.
Adrien Gaudin de Villaine eröffnet den Reigen der Redner. Bekannt für seine antirepublikanischen Positionen, interpelliert dieser politische Baron aus der Manche und regelmässige Mitarbeiter der Libre Parole von Édouard Drumont, an den Minister:
„Ich möchte die Regierung, die es entweder zu ignorieren oder nicht zu interessieren scheint, auf die Gefahr aufmerksam machen, die für die Gesundheit von Paris aus der Invasion bestimmter Viertel der Hauptstadt durch Tausende Unerwünschter aus dem Orient resultiert (…) Paris und seine Vororte sind in diesem Moment von einer Ansteckung bedroht, die die Ärzte mit einem eleganten Euphemismus die Krankheit Nr. 9 nennen, zweifellos weil diese Krankheit im Pavillon Nr. 9 eines Krankenhauses in der Pariser Vorstadt behandelt wurde.“
Der ehrenwerte Senator, der die wahre Bedeutung der Bezeichnung Nr. 9 noch nicht kennt, während die Epidemie bereits wütet, berichtet anschliessend von einer „Untersuchung“, die einer seiner Freunde im 4. Arrondissement durchgeführt hat. Er beschreibt sie so:
„Überall Menschen mit fremdartigem Aussehen, in bunten Lumpen, mit unverständlicher Sprache, die ziellos durch die Strassen schlendern oder in schmutzigen Behausungen in schändlicher Promiskuität zusammengepfercht sind, sich Rumänen, Ungarn, Russen, Polen nennend, in Wirklichkeit alles Juden sind und alle Jiddisch sprechen, diesen hebräischen Dialekt, den alle Juden der Welt verstehen. (…) Ich füge hinzu, dass die hohe Säuglingssterblichkeit, die in Paris grassiert, in bestimmten Vierteln eine weitere Folge dieser Invasion exotischer Elemente ist: Sie eignen sich nämlich überall kostbare Nahrungsmittelvorräte an.“
Diese neue Absurdität, die die Juden für die Säuglingssterblichkeit in Paris verantwortlich macht, wird von einem guten Teil der Hohen Versammlung sehr wohlwollend aufgenommen, wie das Protokoll der Sitzung mit den Vermerken zeigt: (Sehr gut! Sehr gut! rechts). Der Senator beendet seine Rede mit einer expliziten Drohung:
„Viele Franzosen haben es satt, in ihrem eigenen Vaterland wie Outlaws behandelt zu werden und – ich warne sie wohltätigerweise – die Juden treiben es zu weit! Sie glauben zweifellos, dass die Stunde gekommen ist, die Dostojewski vor vierzig Jahren prophezeit hat; sie könnten hier wie anderswo schreckliche Vergeltung auf sich ziehen. Herr Minister, indem ich heute an dieser Tribüne die Gefahr für Paris denunziere, habe ich einmal mehr meine Pflicht erfüllt, nun liegt es an Ihnen, die Ihre zu erfüllen.“ Das Protokoll vermerkt: (Sehr gut! und Applaus rechts, der Redner wird auf dem Rückweg zu seinem Platz von seinen Freunden beglückwünscht).

Jules-Louis Breton, französischer Gesundheitsminister 1920–21. Foto: George Grantham Bain Collection, Library of Congress LC-B2- 4395-3. Quelle: Wikimedia commons, gemeinfrei: https://commons.wikimedia.org/wiki/
File:J.L._Breton_LOC_23049334413.jpg?uselang=fr
Louis Dausset, Senator der Seine, ehemaliger Sekretär der Ligue de la patrie française, einer antidreyfusardischen und antisemitischen Organisation, äussert seinerseits seine Besorgnis, dass diese ausländischen Juden den Gesetzen der Republik entkommen könnten:
„Ihr Personenstand ist äusserst unsicher. Schwierige Kontrolle! Wir haben in dieser Sache Untersuchung um Untersuchung durchgeführt. Ihre Papiere sind in griechischen, hebräischen, kyrillischen Schriftzeichen geschrieben, und die Beamten können natürlich ihre Identität nicht entziffern (Lächeln).“ Das Protokoll vermerkt: (Mehrere Senatoren: Das ist Hebräisch! (Gelächter)
Der Vertreter aus Maine-et-Loire, Dominique Delahaye, der auf Dausset folgt, ein grosser Bekämpfer der Freimaurerei, befürwortet eine Politik „mit harter Hand“:
„Vorhin sagte mir der Innenminister, er habe 11.523 Ausländer ausgewiesen. Das ist gut, aber bei einigen Hunderttausend ist das nicht genug.“ Er schlägt daher eine innovative Massnahme vor:
„Eine erste Kontrollmethode bestünde darin, da man sie nicht entlausen kann, sie bei der Einreise eine bestimmte Summe zahlen zu lassen; danach würde man sie zu einer kontinuierlichen Abgabe verpflichten.“ Zweifellos weiss der Senator nicht, dass er damit eine sehr alte Praxis wiederbeleben würde…[9]
Angesichts dieser etwas übelriechenden Flut von „befreiten Worten“ versucht der als „gauche démocratique“ eingestufte Senator der Loire, Fernand Merlin, mit Ruhe und Mässigung die Debatte auf das wahre Problem zurückzuführen, nämlich die soziale Hygiene und Prophylaxe in der Hauptstadt, wobei er sorgfältig Krankheit und Anwesenheit von Ausländern trennt. Er erwidert Gaudin de Villaine – nicht ohne eine gewisse Dosis Humor, wenn er auf dessen „nuancierte Sprache“ anspielt –, dass im vergangenen Sommer die Pest nicht nur in Paris, sondern auch in den grossen europäischen Hauptstädten gemeldet wurde, und fügt mit einem Euphemismus hinzu: „Herr Gaudin de Villaine hat von verdächtigen Individuen gesprochen. Er hat, glaube ich, gestützt auf Dokumente, die nicht immer der Realität entsprechen, die Ansteckungsrolle dieser Individuen übertrieben.“
Der radikale Senator François Albert, der auf ihn als Redner folgt, versucht ebenfalls, den giftigen Gerüchten Einhalt zu gebieten: „Ich glaube nicht, ich möchte das betonen, dass es für Paris irgendeine Gefahr gab, angesichts der sehr geringen Zahl der Fälle, und dass vierzehn Tote in einer so grossen Agglomeration uns nicht erschrecken müssen.“
Als am Ende der Sitzung der Gesundheitsminister Jules-Louis Breton Massnahmen zugunsten der Sanitätsgefährdeten vorschlägt, repliziert Senator Gaudin de Villaine, immer noch von seinem Wunsch besessen, die Grenzen zu schliessen: „Sie sprechen immer vom Heilen. Es wäre besser, vorzubeugen. Sie erwägen Mittel, um die Krankheit zu heilen, die vor unserer Tür steht. Man hätte die Tür schliessen müssen, das ist die ganze Frage!»
Eine respektvolle Presse
Die Nachrichtenpresse begnügt sich im Grossen und Ganzen damit, einige der in dieser besonderen Sitzung geäusserten Aussagen wiederzugeben, ohne dass sie Schlagzeilen auf den Titelseiten machen oder besondere Aufregung auslösen. Le Petit Parisien, eine Zeitung, die sich unpolitisch gibt, aber später das Mussolini-Regime unterstützen wird, unterstreicht die Tragweite der Interpellation Gaudin de Villaines und behauptet, die Ausländer lebten ohne jede Überwachung. Im Gegensatz dazu wählt die antiparlamentarische Zeitung Le Matin vom 7. Dezember den Weg der Vernunft, indem sie dem Bakteriologen Émile Roux vom Institut Pasteur das Wort überlässt:
„Meiner Meinung nach (…) ist die von Gaudin de Villaine gegebene Erklärung völlig falsch. Man könnte zahlreiche Beweise dafür liefern; insbesondere die Tatsache, dass die wenigen festgestellten Fälle von Beulenpest keineswegs unter den im Senat beschuldigten Immigranten aufgetreten sind. Es ist höchst wahrscheinlich, nach den durchgeführten Untersuchungen, dass die Krankheit, die heute so gut wie besiegt ist, sagen Sie das ruhig, durch pestkranke Ratten in die nördliche Pariser Vorstadt gebracht wurde, die mit den Kohlefrachtern aus England kamen.“
… Britische Ratten… das würde das phantasmagorische Bild einer wilden Horde umherziehender Juden aus den dunklen asiatischen Gefilden, die das Virus verbreiten, zunichte machen… aber die gesamte Presse berücksichtigt diesen besonderen Punkt nicht – nur La Tribune juive vom 24. Dezember erlaubt sich, ihn hervorzuheben:
„Wir sind überzeugt, dass die Antisemiten nicht den Mut haben werden, ihren Irrtum einzugestehen und ihre Kampagne gegen die pestkranken Juden einzustellen. Sie stehen vor folgendem Dilemma: 1/ Entweder erklären, dass die englischen Ratten jüdischen Ursprungs sind. 2/ Oder ankündigen, dass Professor Roux ein jüdisches Umfeld hat. Die Mikrobe des Antisemitismus vergibt nicht. Die Pest ist leichter heilbar.“
Der politische Sumpf
Die politischen Parteien reagieren insgesamt wenig. Der Bloc national applaudiert mit beiden Händen den Brandreden im Senat, zweifellos beeinflusst von den Positionen seines Anführers, des „Vaters des Sieges“. Seit 1917 ist Clemenceau von einem antisowjetischen Furor besessen, der ihn zu seinen berüchtigten Tiraden treibt. Nach den Petrograder Unruhen von 1917, die von der Kerenski-Regierung niedergeschlagen wurden, hatte seine Zeitung L’Homme enchaîné am 21. Juli 1917 ein angebliches deutsch-leninistisches Komplott denunziert, das im Schatten von Juden geleitet worden sei, die ihre wahren Namen verborgen hätten: „So heissen die Hauptmaximalisten des Petrograder Sowjets: Sinowjew heisst Apfelbaum, Trotzki Bronstein; Kamenew Rosenfeld […]“ Ein Teil dieser Liste stammte aus der Libre Parole von Drumont, mit dem der „Tiger“ doch während der Dreyfus-Affäre einen Schlagabtausch geführt hatte…
Nur die Sozialisten antworten wirklich auf die giftige Welle. Ihr Organ Le Populaire denunziert eine „abscheuliche Verleumdung“, die darin bestehe, die Krankheit Nr. 9 als Waffe gegen eine Bevölkerung von Proletariern zu benutzen, die an den Pranger gestellt würden, weil sie Ausländer seien. Was die extreme Linke betrifft, die immer noch in ihren institutionellen Antikapitalismus verstrickt ist, so interessiert sie sich insgesamt nicht für die mutmasslichen jüdischen Opfer der senatorialen Angriffe, die als „Plutokraten“ hingestellt werden. Es werden vor allem Einzelpersonen oder Vereinigungen wie die Ligue des Droits de l’Homme oder die Ligue de l’Enseignement sein, die in den Kampf ziehen.
Glück als Gegenfeuer
Wenn das bösartige Gerücht, das durch die „Krankheit Nr. 9“ entstanden ist, den Blick der „altfranzösischen“ Franzosen auf ihre jüdischen Mitbürger nicht tiefgreifend verändert, dann liegt das wohl daran, dass der soziale Boden dafür nicht besonders günstig ist. Das Schlagwort „Alle Vereint“, das die Bürger aller Konfessionen vor und während des Krieges verbunden hat, lebt noch im kollektiven Gedächtnis, und das Land ist vor allem damit beschäftigt, seine Wunden zu heilen. Der Krieg hat so viele Menschenleben, Zerstörungen und Entbehrungen gekostet, dass sich in die Euphorie des Sieges die Bitterkeit der Trauer mischt. Daher wird diese so wenig tödliche Krankheit Nr. 9 als unbedeutend empfunden im Vergleich zu den kombinierten Verwüstungen des Krieges und der „Spanischen Grippe“, ganz abgesehen davon, dass das Feld des kollektiven Hasses noch eine Zeit lang vom „Boche“ besetzt bleibt.
Als Barriere gegen das kriminelle Gerücht wirkt auch ein dumpfer geistiger Widerstand. Es handelt sich nicht um eine organisierte Ablehnung, sondern eher um eine instinktive Zurückweisung dieses kleinen Krieges, der sich zum grossen hinzugesellt. Diese Periode ist auch die der „Goldenen Zwanziger“, in der eine Jugend, die mit Tod und Trauer aufgewachsen ist, ihren heftigen Wunsch artikuliert, der Ruhmsucht des Sieges und dem erstickenden Nationalismus zu entfliehen. Sie drückt ihr brennendes Verlangen aus, zu atmen, zu leben, andere Welten kennenzulernen, durch Vergnügungen und Künste etwas anderes zu erfahren, fern von all diesen inneren, immer wieder aufgewärmten Hassgefühlen, die von diesem gebieterischen Vaterland gefordert werden, dem sie sich doch opfern hätte sollen. Frauen, die der Krieg zu Heldinnen gemacht hatte (darunter die glorreichen Munitionnettes), werden im Frieden wieder an ihren Herd verbannt, und der Bloc national kriminalisiert das Recht auf Abtreibung. Viele emanzipieren sich damals, indem sie ihre Korsetts ablegen, sich die Haare abschneiden und ihr Leben nach dem Vorbild der berühmten und skandalösen Heldin des Romans von Victor Margueritte leben, der „Garçonne“.[10] Im Mai 1924 bringen die Parlamentswahlen die Niederlage des Bloc national und die Machtübernahme des Cartel des gauches. Doch es handelt sich nur um eine kurze Atempause in der Epoche des aufsteigenden antijüdischen Fiebers. Die Dreissiger Jahre werden die Dominanz der Diktaturen in Europa und die Entfaltung unsäglicher rassistischer Hassgefühle bringen, die zur Shoah führen.
Aktuelle Fragen
Man kann sich vorstellen, dass heutzutage eine neue Epidemie vom Typ „Krankheit Nr. 9“ eine derart durch die „sozialen Netzwerke“ verstärkte Welle von Angst und Hass auslösen könnte, die einen Höhepunkt verrückter Ausbrüche erreicht, wie sie die Epidemien durch AIDS und dann Covid mit sich gebracht haben. Léon Poliakov äusserte bei einem Gespräch bereits im September 2005 mit Roger Droit einen luziden Blick auf die Lage: „Das Einzige, was mir heute in Bezug auf Antisemitismus und Rassismus in Russland wie anderswo sicher erscheint, ist, dass all das weitergehen wird. Wir wissen nicht genau in welcher Form, wir sind nicht in der Lage, präzise zu sagen, mit welcher Intensität. Aber wir können überzeugt sein, dass es nicht aufhören wird.“[11]
Hoffentlich wird der hartnäckige Kampf von Männern und Frauen guten Willens gegen die Vergiftung des Gewissens ebenfalls nicht aufhören.
Nachlese
Ancery (P) En 1920, la dernière épidémie de peste parisienne. Site Retronews, 2023.
Audouin-Rouzeau (Frédérique) Les Chemins de la peste: Le rat, la puce et l‘homme, Paris, Taillandier 2003.
Audoin-Rouzeau (F)Vigne (JD) Le rat noir en Europe antique et médiévale : les voies du commerce et l‘expansion de la peste. Anthropozoologica n° 25-26, 1998.
Beauchez (Jérôme) 1920, La peste à Paris. Classes dangereuses, antisémitisme et rhétorique de l’infamie. Déviance et société 2023/4 (vol 47) pages 517-548 [mit vollständiger Zusammenfassung in Deutsch; Anm. d. Autors], online: https://shs.cairn.info/revue-deviance-et-societe-2023-4-page-517?lang=fr.
Ed. Médecine et hygiène. Les sauvages de la civilisation. Regard sur la zone, d’hier à aujourd’hui. Ed/Amsterdam 2022.
La „ maladie N°9 „ un symptôme de l’antisémitisme français. Site: The Conversation 2023.
Biraben (Jean-Noel) Les hommes et la peste en France et dans les pays européens et méditerranéens. T.1. La peste dans l’Histoire. Paris: La Haye/Paris Mouton 1975.
Darmon (Pierre) Une tragédie dans la tragédie: la grippe espagnole en France (avril 1918-Avril 1919), Annales de démographie historique 2000 N°2 p 153à 175.
Dryef (Z) Dans les murs. Les rats, de la Grande Peste à Ratatouille, Don Quichotte, 2005.
Mai 1920, quand la peste a frappé aux portes de Paris, Le Monde magazine 2020 .
Falgayrac (P) Des rats et des hommes. L‘histoire d‘une cohabitation forcée, les moyens d‘une lutte raisonnée, Hyform, 2013.
Guarrigues (J) Le moment parlementaire de l’action française 1919-1924 in Leymarie( M)S ous la direction de) L’Action française, culture, société, politique. Ed du Septentrion 2008.
Gueniot-le-Minor (G) La peste des chiffonniers à Paris en 1920. Thèse d’Etat en médecine 1980. Université de Paris VI, Faculté de Médecine Broussais-Hôtel Dieu, 1980.
Héritier (J) „ La Peste des chiffonniers „, L‘Histoire n° 51, 1982.
Joltrain (E) La peste: étiologie, formes cliniques, prophylaxie et traitement. Bulletin de l’académie de médecine. Paris Maloine et fils 1921.
Joly (L) Antisémites et antisémitisme à la Chambre des députés sous la IIIème République. Revue d’histoire moderne et contemporaine N°54-3, 2007.
Ed. Belin D’une guerre à l’autre. L’Action française et les juifs, de l’Union sacrée à la Révolution nationale’1914-1944) Revue d’histoire moderne et contemporaine N°59-4.2012 Ed.Belin.
Prazan (M) et Mendès France (T) La Maladie n°9 : récit historique, Berg International, 2001.
Roblin (M) Les juifs de Paris, démographie, économie, culture. 1952. In: Revue des Sciences Religieuses, tome 27, fascicule 2, 1953. pp. 183-185.
Thomas (O) Les rats sont entrés dans Paris. Vendémiaire 2022.
Zum Autor
Michel Levine ist Historiker der Menschenrechte. Er ist unter anderem Autor eines Werks über die grossen Affären der Ligue des Droits de l’Homme (Affaires non classées. Archives inédites de la Ligue des Droits de l’Homme, Paris, Fayard, 1973). Er hat auch eine historische Untersuchung über die Repression der algerischen Demonstrationen in Paris im Oktober 1961 veröffentlicht (Les ratonnades d’octobre. Un meurtre collectif à Paris en 1961, Paris, Ramsay, 1985, Neuausgabe Jean-Claude Gawsewitch Éditeur, 2001)
Anmerkungen
* stark abwertender Ausdruck der Franzosen für die Deutschen; Anm. d. Red.
„Boche“ wäre in Wirklichkeit eine Aphärese (Wegfall des Wortanfangs) von „Alboche“, das seinerseits aus „al“ für „allemand“ (deutsch) und dem umgangssprachlichen Suffix „-boche“ gebildet wurde. Dieses Suffix könnte vielleicht von „bosse“ (okzitanisch caboça für „Kopf“) stammen, das man auch in caboche wiederfindet, oder in Wörtern wie Rigolboche und Italboche; Anm. des Autors.
** eine royalistische, ultranationalistisch-rechtsextreme Bewegung in Frankreich, 1899 im Zuge der Affaire Dreyfus entstanden; Anm. d. Red.
[1] Insbesondere in seinem Werk Les diverses familles spirituelles de la France. Paris, Emile-Paul Frères. 1917.
[2] Ein Ereignis, das der französischen Union sacrée ähnelt, fand in Deutschland mit dem Burgfrieden statt, der vom Kaiser verkündet wurde, aber mit den ersten Schüssen verschwand.
[3] Übersetzung des jiddischen Ausdrucks „leben wie G’tt in Frankreich“, sehr präsent in aschkenasischen Gemeinden, deren Image durch die Dreyfus-Affäre nicht getrübt wurde – „Ein Land, in dem man sich um das Schicksal eines kleinen jüdischen Hauptmanns zerreisst, ist ein Land, in das man eilen sollte“, sagte der Vater des Philosophen Emmanuel Levinas.
[4] Der Begriff „Antisemitismus“ wurde 1879 in Deutschland vom Journalisten Wilhelm Marr erfunden, um seinen rassistischen Hass mit einer „wissenschaftlichen“ Legitimation zu versehen, die er als Opposition gegen Semiten im Allgemeinen darstellte – Akkader, Kanaaniter, Phönizier, Aramäer, Araber und… Hebräer. Aber sehr schnell bezeichnete der Begriff nur noch Letztere.
[5] FTP-MOI: Abkürzung für Francs-tireurs et partisans – Main-d’œuvre immigrée.
[6] Der Begriff Pogrom ist in Frankreich zu dieser Zeit noch unbekannt. Der Journalist Bernard Abraham Lecache machte ihn der breiten Öffentlichkeit durch sein Buch Quand Israël meurt. Au pays des pogromes bekannt. Paris Éditions du progrès civique 1927. Im folgenden Jahr gründete er die Ligue internationale contre les pogromes, die 1929 zur Ligue Internationale contre l’antisémitisme (LICA) wurde.
[7] Die sogenannte Spanische Grippe wurde zunächst in den U.S.A. registriert, bevor sie durch tausende amerikanische Soldaten exportiert wurde, die während des Krieges in Frankreich landeten. Da Spanien die meisten Informationen über diese Epidemie veröffentlichte, erhielt die Krankheit diesen Namen.
[8] Champ de Navets: zu jener Zeit umgangssprachlicher Begriff für den Friedhof.
[9] Als „Leibeigene des Reiches“ mussten Juden bereits im Mittelalter eine besondere Steuer zahlen.
[10] Wegen der Veröffentlichung des Romans 1922 im Verlag Ernest Flammarion wurde der Autor im folgenden Jahr aus der Französischen Ehrenlegion entlassen.
[11] Ein Gespräch mit Léon Poliakov von Roger Droit. Le Monde 26. September 2005.