Ausgabe

Briefe von David Vogel

Evelyn Adunka

Inhalt

David Vogel/Ada Nadler-Vogel: Der Briefwechsel zwischen David Vogel und Ada Nadler-Vogel. Hg. von Dan Laor, Raquel Stepak und Almut Laufer. Bearbeitung und Übersetzung Almut Laufer. 

Berlin/Boston: DeGruyter Oldenbourg. (Reihe Conditio Judaica, Band 102)

385 Seiten, Euro 69,95.-  

ISBN 978-3-11-914853-5

E-Pub und open access

https://www.degruyterbrill.com/de/document/doi/10.1515/9783111714486/html

 

David Vogel (1891–1944) wurde in der Westukraine geboren und besuchte nach dem Tod seines Vaters eine Jeschiwa in Wilna. Ab 1912 lebte er in Wien, wo er sich in grosser Armut als Hebräischlehrer durchschlug. In den zwanziger Jahren erkrankte er an Tuberkulose, die im Asyl für mittellose Juden der Königswarter-Stiftung in Meran ausgeheilt wurde. Dort lernte er Ada Nadler kennen, die in Kolomea geboren wurde und in Hamburg lebte. Sie wurde seine zweite Ehefrau, mit der er   nach Paris übersiedelte. Sabine Mayr schreibt in ihrem Buch Von Heinrich Heine bis David Vogel. Das andere Meran aus jüdischer Perspektive, dass der Wiener Rechtsanwalt, ein Mitglied der B’nai B’rith Loge „Wahrheit“, Hugo Knöpfmacher, auf Vermittlung des Schriftstellers Meir Wiener Vogels Aufenthalt in Meran finanziert hatte.                                                                                                       1929/30 scheiterte ein Einwanderungsversuch des Paares nach Palästina. Nach einer Zeit in Berlin ging Vogel 1933 zurück nach Paris. 1944 wurde er über Drancy nach Auschwitz deportiert und ermordet. Ada Nadler-Vogel starb 1946. Ihre gemeinsame Tochter Tamara lebte bei einer Pflegefamilie in Hauteville und folgte 1948 der Einladung ihrer mütterlichen Tante in die U.S.A. 

 

Vogel schrieb in hebräischer Sprache Gedichte, Novellen und Romane. In der Übersetzung von Ruth Achlama erschienen seine Romane Eine Ehe in Wien und Eine Wiener Romanze, die Novellen Im Sanatorium und An der See sowie Tagebuchaufzeichnungen Das Ende der Tage aus Wien und aus Frankreich. Der hebräische, in Wien als Gerhard Mandel geborene Literaturwissenschaftler Gershon Shaked nannte Vogel einen „der wichtigsten hebräischen Schriftsteller“ zwischen den Weltkriegen. Die Wiederentdeckung von Vogel ist dem israelischen Schriftsteller Nathan Zach zu verdanken, wie der Literaturwissenschaftler und Biograf von Samuel Agnon Dan Laor in seiner Einleitung schrieb. Die Briefe bieten berührende Einblicke in die Persönlichkeit eines bedeutenden Autors, ein grosses Leseerlebnis und eine wichtige Ergänzung zu seinem Werk.

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