Ausgabe

Die Neue Synagoge von Česká Lípa

Barbara Janu

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Die Synagoge von Česká Lípa (dt. Böhmisch Leipa, Tschechien) steht beispielhaft als Vertreterin für frühe Reformsynagogen in Kleinstädten der österreichisch-ungarischen Monarchie. Sie wurde 1863–1864 nach den Plänen des lokalen Architekten Josef Goldbach und des Baumeisters vor Ort, Eduard Posselt, erbaut.

Inhalt

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Die Synagoge aus Nordwesten, Postkarte, ca 1930. Sammlung Libor Kadec, mit freundlicher Genehmigung.

 

Am 17. April 1863 fand der feierliche Spatenstich der Neuen Synagoge von Česká Lípa statt und die Arbeiten wurden im Herbst des Folgejahres abgeschlossen. Die Einweihung der Neuen Synagoge fand am 23. September 1864 statt. Die Synagoge diente der Gemeinde bis zur Annexion des Sudetenlandes durch die Nationalsozialisten. Sie wurde während der Novemberpogrome am 11. November 1938 durch Brandstiftung zerstört und ihre Ruine in den darauffolgenden Jahren abgetragen. Seither existiert in Česká Lípa keine jüdische Gemeinde mehr, der neue Friedhof und die Zeremonienhalle wurden in den 1980er Jahren abgebrochen. Nur noch der alte Friedhof, der in den 1990er Jahren rekonstruiert wurde, der heutige Strassenname der ehemaligen Tempelgasse, U Synagogy (dt. An der Synagoge) und ein Mahnmal an jener Stelle, wo einst die Synagoge gestanden war, erinnern heute an die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Česká Lípa.

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Überreste der Malerei an der Ostwand (innen) nach dem Brand, 1938. Fotografie, Ausschnitt. Quelle: Regionalmuseum und Galerie Česka Lipa, ND-15292, mit freundlicher Genehmigung.

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J. Siegert: Židovská synagoga v České Lípě, olej nedat (soukroma sbirka). Jüdische Synagoge von Česká Lípa. Öl auf Leinwand (Privatsammlung). Aus: Jaroslav Panáček, Česká Lípa und Umgebung im Werk dreier Künstler (ČESKÁ LÍPA A OKOLÍ V DÍLE TŘÍ UMĚLCŮ, S. 45.

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Fotografie der Tempelgasse nach dem Abbruch der Synagoge, nach 1938. Unterlagen aus dem Akt: Archivbestand der Stadt Česká Lípa, Nr. 2384 – BI/c.4 Synagoga. Staatliches Kreisarchiv Česká Lípa, mit freundlicher Genehmigung.