Ausgabe

Das NS-„Anschlussdenkmal“ von Oberschützen

Ursula K. Mindler-Steiner

Der Denk-, Informations- und Lernort: Ein Projekt zur Aufarbeitung der Vergangenheit und neueste Entwicklungen

Inhalt

In der südburgenländischen Gemeinde Oberschützen befindet sich bis heute ein nationalsozialistisches Denkmal, das als „Anschlussdenkmal“ überregional bekannt ist. Es wurde 1938/39 errichtet und gilt laut Bundesdenkmalamt als „das grösste Beispiel seiner Art in Österreich“. Im Jahre 2022 berichtete der Bürgermeister von Oberschützen, Hans Unger, im DAVID über ein EU-LEADER-Beteiligungsprojekt, das zu diesem Zeitpunkt gerade durchgeführt wurde und in welchem sich Teile der Ortsbevölkerung mit der Geschichte dieses Denkmals auseinandersetzten. Das Projekt ist mittlerweile abgeschlossen. Die Ergebnisse, unter anderem die Publikationen, können auf der Webseite der Gemeinde (www.oberschuetzen.at) unter „Tourismus“ abgerufen werden. Das zuletzt erschienene Buch „Das ‚Anschlussdenkmal‘ von Oberschützen. Gestalterische und künstlerische Auseinandersetzungen“ kann kostenlos über die Gemeinde bezogen werden. 

 

Der Platz vor dem Denkmal soll nun umgestaltet werden, um einen „Denk-, Informations- und Lernort ‚Anschlussdenkmal‘ “ zu schaffen. Der aus der Region stammende Künstler Andreas Lehner präsentierte verschiedene Entwürfe, die öffentlich zur Abstimmung gebracht wurden. Bundesdenk­malamt, Gemeinderat, die „AG Denkmäler“ (ein Beratungsorgan der Gemeinde) und die Bevölkerung votierten einstimmig für ein und denselben Entwurf, der das Aufstellen von vier Säulen vorsieht, auf denen die Geschichte des Denkmals im Kontext der Zeit erzählt wird. Umrahmt werden die Säulen auf zwei Seiten von einer Sitzgelegenheit. Auf Deutsch, Ungarisch und Englisch werden in vier Blöcken die Vorgeschichte des Denkmals, das Denkmal in der NS-Zeit, die Zeit nach 1945 und die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Denkmals thematisiert („Und was hat das mit mir zu tun?“).

Für die baulichen Massnahmen, die für die Umsetzung des Konzepts notwendig sind, wurde beim Land Burgenland und beim Nationalfonds um finanzielle Förderungen angesucht. Sobald die Finanzierung gesichert ist, kann mit der Realisierung des Entwurfs begonnen werden. Es ist zu hoffen, dass dies noch in diesem Jahr möglich sein wird.