Ausgabe

Stefan Zweig – Felix Braun

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Inhalt

Stefan Zweig – Felix Braun. Briefwechsel 1910-1942.

Hg. von Tatjana Madeleine Popović.

Braumüller Verlag, Wien 2025.

542 Seiten, Euro 34,00.-

ISBN 978-3-99200-395-2

https://buchhandel.de/buch/Stefan-Zweig-Felix-Braun-Briefwechsel-1910-1942

 

Stefan Zweig und der vier Jahre jüngere Felix Braun lernten einander 1907 kennen. Braun arbeitete als Feuilletonredakteur, als Lektor des Georg Müller Verlags und von 1928 bis 1937 als Dozent für Literatur in Palermo. 1939 ging er nach Grossbritannien, wo er interniert wurde und ebenfalls Literatur lehrte.

 

1951 kehrte er nach Österreich zurück. Ab 1952 unterrichtete er Kunst- und Kulturgeschichte am Max Reinhardt Seminar. Peter Roessler schreibt in seiner 2025 publizierten umfangreichen Geschichte des Seminars von 1928 bis 1965: „[…] er schien aus den alten Zeiten zu kommen, war mit Hofmannsthal befreundet und eine Zeit lang dessen Sekretär gewesen.“ In Wien lebte er „als wenig gelesener und kaum gespielter, aber mit Preisen und geehrter Dichter […], den eine Aura von Neuromantik und Feinsinn umgab.“

 

Der Briefwechsel ist sorgfältig ediert und annotiert. 13 Briefe wurden bereits in den Briefausgaben von Stefan Zweig publiziert und wurden von der Herausgeberin ergänzt und korrigiert.

 

Zweig war ein erfolgreicher und wohlhabender Schriftsteller. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten versuchte er vielen verfolgten Kollegen zu helfen. Die Beschreibungen dieses Engagements und die Stimmungsberichte über die Weltlage gehören zu den interessantesten Passagen des Briefwechsels.

 

Braun trat 1915 aus der Israelitischen Kultusgemeinde aus. 1936 trat er zum Katholizismus über. Die Herausgeberin schreibt: „Braun kämpft ein Leben lang mit seiner jüdischen Identität – antisemitische Attacken belasten ihn.“ In seinen unveröffentlichten Tagebüchern habe sie „seine negative Einstellung zum Judentum, sein jüdischer Selbsthass“ überrascht.

Der Anhang des Buches enthält Lebenstafeln und Werkverzeichnisse der Schriftsteller und einen kommentierten Personenindex.

 

Tatjana Madeleine Popović ist die Grossnichte von Felix Braun. Sie lebt in Berlin und hat auch Werke von Käthe Braun-Prager und Rosa Mayreder herausgegeben.

 

Evelyn Adunka