
Ursula Mindler-Steiner (Hrsg.): Das „Anschlussdenkmal“ von Oberschützen. Denk-, Informations- und Lernort. Gestalterische und künstlerische Auseinandersetzung.
Oberwart: edition lex list 12, 2022.
159 Seiten, Klappenbroschur, zahlreiche Farb-Abbildungen.
ISBN: 978-3-99016-253-8
Ursula Mindler-Steiner (Hrsg.): Das „Anschlussdenkmal“ von Oberschützen. Unterrichtsmaterialien.
Oberwart, edition lex liszt 12, 2022.
Loseblattsammlung in einer Flügelmappe mit zahlreichen Abbildungen, Karten und Tabellen.
ISBN: 978-3-99016-257-6
Im DAVID wurde schon mehrfach über die neue, reflektierende Sicht auf das Oberschützer „Anschlussdenkmal“ berichtet (Heft 18/2018 und Heft 134/2022). Nun sind neuerlich zwei interessante Publikationen über das Denkmal erschienen. Die eine ist der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Nazi-Denkmal gewidmet, die andere präsentiert didaktisch aufbereitete Materialien für den Schulunterricht.
Das Büchlein beginnt mit einführenden Abhandlungen von Bürgermeister Hans Unger und der Projektverantwortlichen Ursula Mindler-Steiner (S. 8–38). Sodann findet der Leser/Betrachter als „Gedanken zum Anschlussdenkmal“ des Kunstdesigners Andreas Lehner die Bild-Text-Montagen zu den geplanten Säulen/Stelen, die als Informationsträger zur Kontextualisierung vor dem Denkmal errichtet werden sollen (S. 38–47). Darauf folgen, nach ihrer Entstehung angeordnet, 16 Beiträge der einzelnen Künstler: Peter Dwořak, Alexander Fülöp, Martin Hlustik, Wolfgang A. Horwath, Romana Knabl, Christina Lag-Schröckenstein, Andreas Lehner, Roxy, Ulrike Truger und Peter Wagner. (S. 48–136). Den Anfang macht ein zufällig in einem Altwarenladen aufgefundenes Landschaftsbild einer Oberschützer Schülerin (S. 48). Am intensivsten hat sich der südburgenländische Künstler Peter Wagner mit dem „Anschlussdenkmal“ beschäftigt. Entsprechend ist er in dem Büchlein auch mit fünf Beiträgen (Kunstprojekten) aus den Jahren 1981 bis 2021 vertreten. Beeindruckend sind die Gedankensplitter (2017) des Kunst-Spenglers Martin Hlustig, eine Kurzfassung seiner Projektbeschreibung zur künstlerischen Bespielung des Denkmales aus dem Jahr 2017. Martin Hlustig versinnbildlicht an dem Denkmal das Prinzip von Diktaturen und totalitären Ideen: Auf den ersten Blick und aus der Ferne betrachtet, mag es einem bestechend einfach, logisch und klar erscheinen, bei näherem Hinsehen jedoch offenbart sich einem die zerstörende Kraft solcher Ideologien (S. 85–90). Das reich bebilderte Büchlein ist die bisher anschaulichste Publikation zum Thema „Anschlussdenkmal“. Es vermittelt einen lebendigen Eindruck von den verschiedenen Projekten zur kritischen Neugestaltung des Denkmals. Ein Anhang, bestehend aus Zeitleiste, Literatur- und Quellenverzeichnis, Abkürzungen, Glossar und Informationsfolder, ergänzen diese gelungene Publikation (S. 157–159).
Die Unterrichtsmaterialien zum „Anschlussdenkmal“ enthalten verschiedene, von Historikern und Lehrpersonen verfasste Artikel über Nationalismus, Schulwesen und Studentenverbindungen, NS-Propaganda, NS-Zeitungen, Oberschützen in der NS-Zeit, Pressestimmen zum „Anschlussdenkmal“, Erinnerungskultur und Kurzbiografien der Oberschützer NS-Akteure. Die einzelnen „Arbeitsblätter“ sind jeweils mit Anmerkungen und Literaturhinweisen versehen. Zeitleiste und Glossar ergänzen diese praktischen Unterlagen. Die Unterrichtsmappe versteht sich als „Work in Progress“, die Anzahl der Arbeitsblätter kann daher beliebig erweitert werden. Es existiert inzwischen auch eine online-Version:
(https://www.oberschuetzen.at/system/web/getDocument.ashx?fileid=1028453&cts=1677829683).
Buch und Arbeitsmappe können, solange der Vorrat reicht, kostenlos über das Gemeindeamt A-7432 Oberschützen, Telefon: 03353-7524; E-Mail: post@oberschuetzen.bgld.gv.at bezogen werden.
Christoph Tepperberg
