Max Blumenfeld, Sohn des Kaufmanns Moses Isaac von Momberg, Hessen, und der Sara Blumenfeld-Stern, wurde 1880 in Kirchhain, Hessen, Deutschland geboren. Als junger Lehramts-Kandidat wurde er 1900 an die Israelitische Erziehungsanstalt zu Ahlem bei Hannover berufen. 1904 wurde Max einstimmig zum Direktor des Caspar Lachmannschen Provinzial-Waisen-Hauses in Graudenz, Westpreussen gewählt. Im November 1905 wurde die Verlobung von Max Blumenfeld und Anna Grunwald bekannt gegeben. Anna war die 1884 in Leobschütz, Schlesien geborene Tochter des Isidor Grunwald und der Nanny Grunwald-Braun. Isidor Grunwald leitete das II. Waisenhaus der jüdischen Gemeinde zu Berlin in Berlin-Pankow.
Am 15. März 1906 wurden Max und Anna in Pankow getraut. Dem Ehepaar wurden zwei Kinder geschenkt. Edith kam 1907 zur Welt, Fritz wurde 1910 geboren, beide in Graudenz. Als Isidor Grunwald 1925 starb, wurde sein Schwiegersohn Max Blumenfeld sein Nachfolger.
Direktor-Ehepaar Anna und Max Blumenfeld. Foto: Mit freundlicher Genehmigung Max Bermann.
Zur Arbeitsweise des neuen Direktors meinte Martin Davidson, der 25 Jahre lang im Waisenhaus Erzieher war, „dass mit ihm ein freiheitlicher Geist in die Erziehung einzog, demokratische Formen, wie Beschwerdemöglichkeiten und ein geheim gewähltes Lehrlingsgericht, erhöhten das Selbstvertrauen der Zöglinge.“1 Unterstützt von seiner Frau Anna hatte Max „das Vertrauen seiner Zöglinge, deren Freund und Berater er stets war.“2 „Mit Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit verband Max Blumenfeld Entschiedenheit in der Sache und Folgerichtigkeit in der Durchführung seiner Aufgaben.“3 Am 8. März 1936 starb Max Blumenfeld nach schwerem Leiden „im 56. Lebensjahr in Meran, wo er bei seinen Kindern Erholung suchte.“
Seine Tochter Edith war zu diesem Zeitpunkt schon mit Joseph Bermann verheiratet, der Besitzer des Sanatoriums Waldpark in Meran war. Anna blieb nach dem Tod ihres Ehemannes bei ihren Kindern in Meran, denn auch ihr Sohn Fritz war spätestens 1936 nach Meran gezogen. Fritz flüchtete im Januar 1939 nach Palästina, wohin er schon 1937 gereist war und wo er 1940 Devora Salpeter aus Düsseldorf heiratete. Anna wohnte nach Fritz’ Emigration bei ihrer Tochter Edith, ihrem Schwiegersohn Joseph Bermann und den Enkelkindern Margaret (geb. 1935) und Max (geb. 1938) im Sanatorium Waldpark in Meran.
Im November 1939 konnte Joseph nach New York ausreisen. Edith konnte mit Margaret und Max im Jahr 1946 endlich in die U.S.A. emigrieren. Anna reiste nicht mit, sondern fuhr nach Palästina zu ihrem Sohn Fritz, der den Namen Moshe Bar Sadeh angenommen hatte. Kurz nach ihrer Ankunft starb Anna Blumenfeld-Grunwald am 7. September 1946 im Kibbutz Ein Harod, wo sie auch begraben wurde.
Die Fortsetzung dieses Beitrags, Das Hotel Edelweiss in St. Moritz von seinen Anfängen bis 1930, folgt in DAVID Heft 143, Chanukka 5785/Dezember 2024.
Anmerkungen
1 Inge Lammel, Das Jüdische Waisenhaus in Pankow. Seine Geschichte in Bildern und Dokumenten, Berlin 2001, S. 50.
2 Nachruf auf Max Blumenfeld, Central-Verein-Zeitung, 12. März 1936, S. 248.
3 Nachruf auf Max Blumenfeld, Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, 15. März 1936, S. 7.