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Ausgabe 112

Ein Ort der Begegnung.

Zur Geschichte des Hotels Stefanie

Monika KACZEK


Im Herbst des vergangenen Jahres präsentierte das Wiener Hotel Stefanie ein Buch über die bewegende Geschichte des Hauses, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Geschäftsführer Martin Schick, in dessen Familienbesitz sich  das Hotel seit 1888 befindet, beauftragte die His-torikerin Marion Luger über die Geschichte des Hauses zu recherchieren. Die ein Jahr dauernde Forschungsarbeit zeigte unter anderem auch, dass es sich um Wiens ältestes Hotel handelt.

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Besitzkarte für das Vereins-Bethaus des Kranken - und Unterstützungsvereins „Der Brodyer“ in Wien. Abbildung:
Hotel Stefanie, Schick Hotels Wien, mit freundlicher Genehmigung.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Grundbuch vom 8. Juli 1600, als ein gewisser Chris-toff Freischlag „Haus, Stadl und Garten" erwarb und die Liegenschaft als „Gastgeb" anführte. Diese Gastwirtschaft wurde 1621 erstmals Einkehrgasthaus „Zu der weissen Rose" genannt. Ein Kapitel des Buches ist der jüdischen Geschichte der Leopoldstadt, dem zweiten Wiener Gemeindebezirk, gewidmet, in dem sich das Hotel befindet. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs kommen rund 70 000 jüdische Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina nach Wien. Hilfe erhalten sie von verschiedenen jüdischen Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Kranken - und Unterstützungsverein „Der Brodyer" in Wien, dessen Bethaus sich im Hotel Stefanie befand. Von 1896 bis 1903 organisierte die Budapester Orpheumgesellschaft regelmässig Theater  - und Musikveranstaltungen im Hotel, wo eine eigene Bühne errichtet wurde. Auch fühlt sich das Haus seinen jüdischen Gästen verbunden, die zum Beispiel im Rahmen des Jewish Welcome Service nach Wien eingeladen werden. 

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Titelblatt des Programms der Budapester Orpehumgesellschaft. Abbildung: Hotel Stefanie, Schick Hotels Wien, mit freundlicher Genehmigung.

Das lesenswerte und liebevoll gestaltete Buch (Marion Luger: 

Die Geschichte des Hotel Stefanie. Wien: 

Schick-Hotels 2016, 87 Seiten, 22 Euro) ist an der Rezeption des Hotel Stefanie zu erwerben 

(Kontakt: Hotel Stefanie, 

Taborstr. 12, 1020 Wien; 

Tel: +43 1 211 50 0, 

Fax: +43 1 211 50 160; 

E-Mail: stefanie@schick-hotels.com , 

Homepage: https://www.schick-hotels.com/hotel-stefanie/index.html )