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Ausgabe 111

Das HTZ Holocaust- und Toleranzzentrum

Von der Dunkelheit ins Licht

Thomas SZAMMER


Das HTZ Holocaust und Toleranzzentrum (www.hausdernamen.at) unter der Präsidentschaft von Mag. Dr. Ruth Kaufmann hat es sich zur Aufgabe gemacht, Aufklärungsarbeit über ein Kapitel der Menschheitsgeschichte zu betreiben, welches aus heutiger Sicht nur schwer vorstellbar und in seinem Ausmaß an Grausamkeit kaum vergleichbar ist. Dunkelheit jedenfalls erscheint als treffende Metapher für die Zerstörung und die Traumata der Shoah und die daraus resultierenden Folgen. Ebenso für die vielen tragischen Schicksale und Geschichten, über welche wir nie erfahren werden.

Aus diesem Grund erzählen wir in der Ausstellung „Die lange Nacht der gelben Sterne" von Dr. Ruth Kaufmann,  die Geschichte von zwei Grazer Kindern, Adele und Bertl, während des Holocaust. Bertl, den seine Emigration durch drei Kontinente führte, überlebte. Adeles Traum, in Amerika Modezeichnerin zu werden, sollte sich nicht erfüllen. Sie wurde in Auschwitz ermordet. 

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Mag. Dr. Ruth Kaufmann, Autorin der Ausstellung. Mit freundlicher Genehmigung: Verein für Holocaustgedenken und Toleranzförderung.

Der Holocaust zeigt, was an Grauen Wirklichkeit werden kann, wenn Toleranz und Akzeptanz systematisch ausgehöhlt und zerstört werden. So versteht sich diese Ausstellung, gerade weil sie vor Augen führt, welche unfassbaren Folgen das Niederknebeln und Abwürgen der Toleranz haben kann, auch als ein Mahnmal und als ein Appell an das gegenseitige Verstehen, Brückenbauen und Aufeinander-Zugehen, um sicherzustellen, dass das, was 1938 - 1945 geschah, sich niemals wird wiederholen können. h111_033

Eröffnung in der Synagoge in der Nacht. Foto: Fischer, Stadt Graz mit freundlicher Genehmigung.

Simplifizierend agierenden Ideologien, wie  Antisemitismus oder Rassismus wird  hier ein moderner, weltoffener Kulturbegriff, gekennzeichnet von grenzübergreifenden Netzwerken und sozialer Interpendenz, entgegengesetzt. Menschen sind als Individuen zu beurteilen und nicht nach einer willkürlichen Zuschreibung zu einer Gruppe, der sie angehören.

Das Holocaust- und Toleranzzentrum, übrigens das erste seiner Art in Österreich, hat also zum Ziel, über die Gräuel der Nationalsozialisten aufzuklären, die historischen Fakten pädagogisch und altersgerecht zu vermitteln und dazu beizutragen, Vorurteile abzubauen und zur Toleranz und Förderung der interkulturellen Kommunikation aufzurufen, um für unsere Kinder eine gute, lichterfüllte Zukunft  zu schaffen.

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Adele und Bertl. Mit freundlicher Genehmigung: Verein für Holocaustgedenken und Toleranzförderung.

Und genau darum geht es auch in der Zeit rund um Chanukkah. Um jenes Leuchten, welches die dunklen Kapitel unserer Geschichte hinter uns lässt. Das Feuer der Chanukkiah erinnert uns an die Erneuerung nach der Zerstörung, an die Wunder nach der Katastrophe. Eine Zeit um zu feiern, die Dunkelheit hinter sich gelassen zu haben. Aus Dankbarkeit für unsere Kinder und dafür, dass wir mit Ihnen Zeiten des Lichts erleben dürfen.h111_032

Eindrücke der Ausstellung. Mit freundlicher Genehmigung: Verein für Holocaustgedenken und Toleranzförderung.

Das HTZ Holocaust- und Toleranzzentrum wünscht allen Lesern ein friedvolles und lichterfülltes Chanukkahfest.